Topaktuell

Die "große weite Welt" in der "schönsten Sackgasse Europas":

Wir präsentieren Bilder, Informationen und persönliche Erfahrungen aus Simbabwe am 12.Dezember und aus Jordanien am 16. Dezember jeweils um 19 Uhr im Gemeindesaal der Kreuzkirche. Herzliche Einladung zu den Reiseberichten von evangelischen und katholischen Gemeindegliedern!

 

Ausstellung „weniger = mehr“ in der Kreuzkirche

War da was?

Halloween? Allerheiligen? Reformationstag!

Ganz bewusst haben wir die Ausstellung mit Arbeiten in japanischer Tusche von Dorothee Wittmann-Klemm am 31.10., am Reformationstag eröffnet.

Als das katholische Fest „Allerheiligen“ nicht mehr richtig verstanden wurde, verwandelte sich im englischsprachigen Katholizismus „All Saints Eve“ zu „Halloween“. Sprach- und Kulturwissenschaftler erklären, wie das funktioniert.

Als die geschenkte Gnade, die wir von Gott ohne unser Zutun erhalten, nicht mehr verstanden wurde, veröffentlichte Martin Luther am 31.10.1517 in Wittenberg die berühmten 95 Thesen zum Ablasshandel. Menschen sollten nicht meinen, dass man Gott bestechen könnte!

Mit gutem Grund geschah dies vor dem Fest Allerheiligen, weil beim Ablass die Heiligen damals eine wichtige Rolle spielten. Man konnte sozusagen überschüssige Gnadenzertifikate der Heiligen, die im Kirchentresor aufbewahrt wurden, kaufen.

Ganz bewusst feiern wir mittlerweile Allerheiligen immer ökumenischer und erinnern uns daran, dass wir alle heilig sind, weil Gott uns durch seine geschenkte Gnade heiligt.

So erinnert uns die Ausstellung „weniger = mehr“ mit der Ästhetik des japanischen Zen daran, dass die Reformatoren ganz bewusst zwischen den „Hauptstücken des Glaubens“ und den „Adiaphora“, den Nebensachen des Glaubens, unterschieden haben. Es gibt also Nebensächlichkeiten, die man glauben mag oder nicht, die vielleicht nützlich sind oder auch nicht. Auf jeden Fall bestimmen sie nicht über Heil oder Unheil des Lebens und der Seele.

"Heiliges Weglassen" ist darum angesagt, denn weniger ist im spirituellen Kontext oft mehr.

„Reduce to the Max!“
"Solus Christus! Sola Gratia! Sola Scriptura! Sola fide" – „Christus allein! Allein der Glaube! Nur die Heilige Schrift! Allein durch den Glauben!“ hat die Reformation ausgerufen und uns aufgegeben. „Nur“ das! Nicht alles und jedes!

Lass dich nicht verwirren! Simplify your beliefs!
Das Diridari-Drumherum weglassen! Komm zum Wesentlichen, zur Mitte, zur Essenz!


Dorothee Wittmann Klemm leitet durch ihre Bilder zur spirituellen und existentiellen Konzentration. Sie nutzt dazu die ästhetische Reduktion der japanischen Meister.

Das passt genau auch zur Kreuzkirche. Sie ist eine Kirche, die innen und außen sich konzentriert auf das Wesentliche. Viele Menschen schätzen dies.

Die Ausstellung ist in der Kreuzkirche vom 31.10.2019 bis 1.3.2020 zu sehen.

Herzliche Einladung!

Ihr und euer Frank Witzel