Chronik der Kreuzkirche in Bild und Wort

Die Kreuzkirche ist ein biografischer und spiritueller Anker.

Kreuzkirche Kulturweg

Manchmal war sie ihrer Zeit voraus - zum Beispiel wirkte Vikarin Lydia Schröder hier von 1943 bis 1952, lange bevor es eine Frauenordination in der Evangelischen Kirche gab.

Lydia Schröder, 50er JahreHier eine Aufnahme von Lydia Schröder aus den 50er Jahren.

Wir veröffentlichen auch Ihre Bilder und/oder Erinnerungen. Bitte senden Sie uns diese digital als jpg-Datei und als kurzes word-Dokument. Danke.

 

Zur Geschichte des Kleinwalsertals siehe auch unter: www.kleinwalsertal.com/de/urlaubswelten/kultur/kulturwissen/geschichte

Ende des 13. Jahrhunderts wandern Bergbauern aus dem Wallis (Schweiz) in das Kleinwalertal ein. Sie suchen Freiheit und Möglichkeiten des (Über)Lebens.Sie entwickelten eine eigenstädnige Kultur, die geprägt ist von Gemeinsinn und "intelligenten Konfliktregelungsmechanismen".

Die Kleinwalsertaler Sühnekreuze Sühnekreuz in Mittelberg erzählen davon.

 

 

  

 

 

 

 

 Sühnekreuz in Mittelberg4

 

Die "Allmeinde" als Vorläuferin des Genossenschaftswesens hat hier (auch) seinen Ursprung.

Ab 1920 kommen mit dem beginnende Fremdenverkehr die ersten Evangelischen ins Kleinwalsertal. Gesundheiltiche Gründe spielten oft eine wichtige Rolle. Die Luft war und ist hier sehr gut.

Seit 1925 finden gelegentlich evangelische Gottesdienste im Kleinwalsertal statt - für Kurgäste, Touristen und einige zugewanderte Protestanten.

Ab 1937 wird das geistliche Leben besonders von dem Diakonenehepaar Martha und Albert Bantel in der Tradition des schwäbischen Pietismus gefördert.

Ende 1938 schreibt der Bregenzer Ortsgeistliche Pommer, "dass unser Oberkirchenrat seine Zustimmung zu der Umpfarrung gibt". Das Kleinwalsertal wird seither auch offiziell von Oberstdorf aus seelsorgerlich begleitet. Denn nach Bregenz ist es weit. Das Kleinwalertal öffnet sich ganz natürlich nach Oberstdorf, dem einzigen Zugang mit Straße.

Am 30. August 1939 trat die Umpfarrung durch einen Brief des bayerischen Landesbischofs Meiser an das Dekanat Kempten in Kraft, nachdem die (sehr wenigen) einheimischen Evangelischen im Kleinwalsertal zugestimmt hatten. Tragischerweise begann am gleichen Tag der Zweite Weltkrieg mit dem Einmarsch deutscher Wehrmachtstruppen in Polen.

1947 bis 1993 wirkte Frau Elsbeth Kessler als Mesnerin und Organistin und beendete erst im Alter von 85 Jahren ihren Dienst.

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wuchs die Zahl der Evangelischen durch Vertriebene und Flüchtlinge.

1949 wurde ein Kirchbauverein gegeründet, der die finanzielle Grundlage mit Hilfe des Gustav-Adolf-Vereins für den Bau der Kreuzkirche sichert.

Der erste Spatenstich erfolgte am 9.Juni 1952, die

Grundstein L. Schröder  Grundsteinlegung am 20. Juli 1952 (Lydia Schröder: vorn 3.v.l.).

 

 

 

 

Grundstein 1 

Grundstein 3

 

 

 

 

 

Einweihung Pfr. Gabriel

  Einweihung am 19. Juli 1953 (Pfr. Gabriel)

  Von Andreas Schwarzkopf stammt die Kreuzigungsgruppe mit den beiden prägnanten Engeln, die das große Kruzifix rahmen.

Kreuzkirche im Kleinwalsertal 1960 Erweiterung 1960 durch einen Anbau. Nun hat die Kreuzkirche 250 Sitzplätze.

1961: Das alte Harmonium wurde durch eine Orgel der Firma Ott aus Göttingen mit 13 Registert ersetzt.

1962 wurde das Mesner- und Pfarrhaus angebaut und später auch energetisch saniert. (2008. Dabei erhielt die Kreuzkirche u.a. eine Holzpellets-Heizung mit thermischer Solar-Unterstützung.)

Waltraud und Friedel Dörrschuck mit Vikar Niederstrasser 1962: 25. August: Trauung von Waltraud und Friedel Dörrschuck durch Vikar Niederstrasser.

 

 

 

 

 1989 - 1996: Pfarrer Mathis Steinbauer. Er war der erste, länger bleibende, Verlässlichkeit aufbauende bayerische Pfarrer, nachdem zuvor die Gemeinde durch relativ häufig wechselnde Vikare betreut wurde.

1996: Dienstbeginn von Pfarrer Peter Kolb

1999: Teilung der Pfarrstelle für das Pfarrerehepaar Petra Weinöhl und Peter Kolb.

Danach kam Pfarrer Hartmut Lauerbach, der dann nach St. Mang in Kempten wechselte. In seine Zeit viel die Renovierung des Schindeldachs der Kirche und des Pfarrhauses samt Heizung. Auch die Überdachung des Treppenaufgangs erfolgte einfühlsam und effektiv zugleich.

3.3.2013: Dientbeginn von Pfarrer Frank Witzel

Im gleichen Jahr erhält die promovierte Pfarrerin Auguste Zeiß-Horbach aus Neuendettelsau den Argula-von-Grumbach-Preis für ihre Arbeit über die Abschiedspredigt der Hirschegger Vikarin Lydia Schröder. Thema des theologischen Wettbewerbs: "Frauen verändern Kirche - Reformen und Reformationen".