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von Pfarrer Frank Witzel: hier unten weiterlesen ...

Advent und Weihnachten 2018 in der Kreuzkirche: extreme Pole treffen aufeinander und verbinden sich im Duft der Orangen

Der Terminkalender zeigt es: Advent und Weihnachten stehen vor der Tür. Es wird eine intensive spirituelle Zeit. Das gehört zum Wesen von Weihnachten, weil hier die Extreme zueinander finden:

-          Jesus wird geboren im Nahen Osten. Dort ist es heiß und wir verbinden Advent und Weihnachten mit Glühwein, Schnee und Budenzauber.

-          Familien und Freundeskreise kommen zueinander und zugleich fürchten sich besonders viele Menschen vor der Einsamkeit in diesen Zeiten.

-          Es ist dunkel und viele Lichter sprechen unsere Gefühle an.

-          Es geht in der biblischen Geschichte um Armut, Ungerechtigkeit, Ungeborgenheit und Gewalt. Zugleich ist die Botschaft ganz zentral „Friede auf Erden!“ und „Der Retter ist da!“

Die Kreuzkirche nimmt diesen Spannungsbogen auf. Sie zeigt, wo Jesus heute geboren werden könnte: Natürlich in unserem Herzen, in unserer Seele. Natürlich aber auch bei den geflüchteten und ausgebeuteten Menschen in Süditalien, die die Orangen pflücken, die wir kaufen.

Darum zeigen wir die Ausstellung "Bittere Orangen" in der Kreuzkirche. Der Kulturanthropologe und Freund der Kreuzkirche Professor Gilles Reckinger aus Innsbruch und Luxemburg, hat sie uns gebracht.

Orangenpflücker

Darum hängt als Parament eine äthiopische Ikone mit der Heiligen Familie auf der Flucht am Altar.

Darum stellen wir ein Kunstwerk aus, das die Gewalt im Heiligen Land interpretiert. Mein katholischer Kollege Edwin Matt leiht beide Exponate uns aus in ökumenischer Verbundenheit.

Darum kombinieren wir die Krippe mit Stacheldraht. Die Kreuzkirche wird zu einem Gesamtkunstwerk, das auch das Kreuz in der Krippe mitdenkt.

„Was ihr dem Geringsten meiner Brüder und Schwester getan habt, habt ihr mir getan.“ spricht Jesus als Erwachsener im Matthäus-Evangelium. Vom gleichen Jesus berichtet der gleiche Evangelist, dass er als Baby mit seinen Eltern Asyl in Ägypten gesucht und gefunden hatte, als er vor den brutalen Menschenrechtsverletzungen durch König Herodes floh. Jede/r kann den Zusammenhang mit unserer Gegenwart selbst herstellen. Er liegt auf der Hand.

Bitte unterbrechen! Weihnachten ist die Unterbrechung des Laufs der Welt, die Umwertung der Werte, weil Gott Kind wurde.

Zeltkirche Auch in der Zeltkirche der Orangenpflücker wird zu Gott gebetet um Gerechtigkeit und Frieden.

Ich wünsche Ihnen von Herzen Gottes Segen in der Advents- und Weihnachtszeit, um echte Wahrnehmung der Welt mit der unbändigen Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit zu verbinden.

Ihr und euer Pfarrer Frank Witzel